Neben vielen kleinen Dingen, die
einem das Leben schwer machen,
gibt es noch die wirklich
belastenden Probleme: Vor kurzem
ist auch in Ihrem Unternehmen der
Begriff Stellenabbau gefallen. Sie
wissen ja, wir sind in unserem
Unternehmen eine große Familie.
Und nun hat unser
Familienoberhaupt einen Beschluß
gefasst: Sie werden zur Adoption
freigegeben. Wen wird es zuerst
treffen? Welche Zukunft erwartet
Sie, wenn Sie den Schwarzen Peter
ziehen: In diesen Zeiten scheint es
auf jeden Fall klug, sich ruhig zu
verhalten und nicht unangenehm
aufzufallen. Vielleicht hätten Sie vor
einem Jahr die Stelle in München
annehmen sollen, die Ihnen
angeboten worden war. Damals
dachten Sie aber an die Kinder,
denen Sie einen Umzug nicht
zumuten wollten, und an das
Häuschen, das Sie vor
wenigen Jahren gekauft
haben.Vielleicht sind es
auch andere
Lebensumstände, die Sie
beschäftigen: In Ihrer Beziehung
kriselt es schon seit längerer Zeit.
Die Kredite auf das Haus müssen
abbezahlt werden. Die
Schwiegermutter ist ein Pflegefall.
Auf die Pflegestation eines
Altenheims wollen Sie sie nicht
abschieben, aber Sie haben schon
länger keinen richtigen Urlaub mehr
gehabt. Vielleicht macht es Ihnen
auch einfach zu schaffen, dass Sie
die großen Ziele aufgegeben haben
und Ihre Lebensträume nun im Kino
verwirklicht sehen — von anderen
Akteuren.
Ja wenn ... fangen Sie dann an
und zählen all die Umstände,
Sachzwänge, Verpflichtungen auf, aus
denen die Routine Ihres Alltags
besteht und auf die Sie am liebsten
sofort verzichten würden. Eine lange
Liste? Und eins passt irgendwie zum
anderen? Bis Sie am Ende wieder
überzeugt sind, dass das alles so sein
muß und Sie gar nicht anders können~
Nicht weil sie es so wollen, sondern
weil »die Umstände« so sind und nicht
anders!